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1860-1935

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► 1860                

Photo: St. Marien 1904

Servatius Dupont, Pfarrer an St. Mariä-Himmelfahrt (damals noch zum Erzbistum Köln gehörend), und Karl Hubert Paul Holz, Lehrer und Organist, gründen den Kirchenchor der Pfarrgemeinde. Zunächst treffen sich nur Männer, um „den Choralgesang zu pflegen, den Gottesdienst durch Gesänge zu beleben und die Gläubigen zu erfreuen.“

Über die musikalischen Aktivitäten des Chores liegen von den Anfängen bis 1926 keine schriftlichen Aufzeichnungen vor. Als Quelle dient die von Herrn Werner Kuck anläßlich des 115jährigen Bestehens des Kirchenchores erarbeitete Chronik von 1975. Herr Werner Kuck ist zu diesem Zeitpunkt der älteste Sänger des Chores mit über 50 Jahren aktiver Mitgliedschaft und mit seinem Geburtsdatum vom 1. April des Jahres 1890 ein wichtiger Zeitzeuge der Entwicklung des Chores.

Sicher ist, daß der Chor sein Hauptaugenmerk auf die Ausübung der Choralgesänge in allen Hochämtern an Sonn- und Feiertagen legt. Gelegentlich kommen auch mehrstimmige Messen für Männerchor zur Aufführung.

Aus der Chronik der späteren Jahre lässt sich zweifelsfrei belegen, daß in diesem frühen Zeitraum auch ein Frauenchor unter dem Namen „Jungfrauenchor“ gegründet wird. Dieser scheint jedoch zunächst keine musikalische Gestaltung der Liturgie zu übernehmen.  (Photo: von 1881
Heinrich Josef Hinzen, Musiker und Küster an St. Mariä Himmelfahrt von 1880 – 1922 mit seiner Gattin)

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► 1913                

Abriß der alten Herzogenrather Kirche von 1780 und Neubau an gleicher Stelle der heutigen neobarocken Kirche. (Konsekration: 6. Oktober 1915) 



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► 1926

Jakob Wolter wird Küster und Organist an St. Marien; durch seine Arbeit und auf Anregung von Pfarrer Vianden wächst der Chor auf 27 Mitglieder (Männerchor) und beginnt mit der Einstudierung mehrstimmiger Messen. Zum Patrozinium wird zum ersten Mal eine vierstimmige Messe für Männerchor (Hubertusmesse von Franz Nekes) aufgeführt. 

Auch der Choralgesang in der Pfarrei erfährt eine Erneuerung und Belebung: neue Choralbücher (Graduale) werden angeschafft. Zur Finanzierung werden über 120 Pfarrangehörige als inaktive Mitglieder gewonnen, die durch einen Jahresbeitrag von 2.- Reichsmark den Chor an St. Mariä Himmelfahrt unterstützen. 

Am Weißen Sonntag des Jahres 1926 wird mit einem Satz aus den Kommuniongesängen von Robert Simon gemeinsam mit dem Jungfrauenchor zum ersten Mal als gemischter Chor gesungen.



aus der Chronik des Jahres 1926:
Am „weißen Sonntag“ wurde durch das Lied „Lasst die Kinder zu mir kommen“ der erste Versuch mit einem gemischten Chor gemacht.

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► 1928

Aufgrund des Kirchenneubaus in Straß und der Neugründung des dortigen Kirchenchores verlassen die Sänger, deren Heimatpfarre nun St. Josef ist, den Chor von St. Marien. Es ist annähernd die Hälfte aller Sänger. Dadurch ist die Aufführung größerer Werke für den Männerchor allein nicht mehr möglich. Um ein Absinken des musikalischen Niveaus zu verhindern, wird der gemischte Chor offiziell als Kirchenchor eingesetzt. Erste vorgetragene Werke werden die Bonifatius-Messe von Carl Thiel und das fünfstimmige „Jubilate“ von Johann Caspar Aiblinger am Ostersonntag.



aus der Chronik:
Da der Chor nun einmal einen Geschmack von guter Musik bekommen hatte, er aber nicht bergab gehen wollte, sondern weiterstrebte, mußte man sich dazu entschließen, einen gemischten Chor zu bilden.

Ein Chorausflug führte die Sänger nach Köln zur „Pressa“, der Internationalen Presseausstellung, die ein halbes Jahr lang der wachsenden kulturellen und ökonomischen Bedeutung des Zeitungswesens und der Kommunikationstechnik Rechnung tragen sollte. Die Damen des Chores waren jedoch nicht mit von der Partie.



aus der Chronik:
(Der Männerchor ist gemeint, die Jungfrauen wollten mit den Männern nichts zu tun haben, weil sie schon längere Zeit einen größeren Ausflug geplant hatten.)

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► 1929

Die deutschen Diözesen legen eine Reglementierung des Chorlebens durch die Schaffung einer „Satzung für Kirchenchöre“ in 14 Paragraphen fest.

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► 1930

Der Chor gestaltet im Januar sein erstes öffentliches Konzert als Benefizkonzert zugunsten des Baufonds für das geplante Jugendheim (die Einnahmen erbringen 250 Reichsmark). Die Einweihung des Jugendheims und heutigen Pfarrsaals erfolgt am 14. September, und fortan ist es gleichzeitig Probenraum für den Kirchenchor.

Als großes Werk wird in diesem Jahr die Johannespassion von Pater Alexander Paffendorf dargebracht.

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► 1931

Der Chor führt auch weiterhin mit großer Sorgfalt die Choralgesänge der lateinischen Hochämter aus; am Ostermontag dieses Jahres wird die Missa „Iste confessor“ von Giovanni Pierluigi da Palestrina aufgeführt.

Weihnachten wird die D-Dur-Messe von Max Filke mit der neu gegründeten Hauskapelle zu Gehör gebracht.

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► 1934

Das genaue Gründungsdatum des Chores herauszufinden, ist Pfarrer Vianden eine wichtige Angelegenheit. Er forscht sorgfältig in allen verfügbaren Niederschriften und ermittelt das Jahr 1860.



aus der Chronik:
In der hierauf einsetzenden allgemeinen Aussprache teilte der I. Vors(itzende), Herr Pfarrer Vianden das Ergebnis über seine Nachforschung nach dem Gründungsjahr des Chores mit. Hiernach muß angenommen werden, daß die ersten Anfänge im Jahre 1860 zu suchen sind, sodaß der Chor im Jahre 1935 sein 75jähriges Jubiläum mit Recht feiern kann.

In der Chronik diesen Jahres wird auch eine Spende von 100 Ostereiern zwischen dem Osterfest und dem Weißen Sonntag erwähnt; vielleicht der schriftliche Hinweis darauf, daß das auch heute noch traditionell stattfindende „Ostereiertippen“ des Kirchenchores seine Wurzeln schon vor 1934 hat.



aus der Chronik:
Wie im Vorjahre, so hatte auch in diesem Jahre ein unbekannter Spender 100 Ostereier gestiftet, die – der Anerkennung dankbar – angenommen wurden.

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► 1935

Ein eigens gegründeter Festausschuß legt den 27. Oktober 1935 als Jubeltag für die Feierlichkeiten des 75jährigen Jubiläums fest. Der Tagesablauf ist auf diesem Plakat festgehalten:



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