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- 30.11.2006 -

Deinen Tod, o Herr, verkünden wir ...

Nach über einem Jahr konnten wir endlich am Christkönigsfest, dem 26. November 2006, den Kruzifixus an der Kirchenmauer von St. Gertrud wiederanbringen.

Am 14. September 2005, in der Nacht zum Fest Kreuzerhöhung, war das Kreuz von Unbekannten geschändet worden. Am Morgen fand sich der Corpus in Einzelteilen verstreut auf dem Kirchplatz und im Gebüsch.

Dank einer Großspende der Heimatfreunde Noppenberg und einiger Einzelspenden, konnte das Kreuz nun durch die Aachener Restauratorin Eva Malangré wiederhergestellt werden.

Nach dem Hochamt zog die Gemeinde, begleitet vom Kirchenchor St. Gertrud und von der Harmonie St. Cäcilia-Afden vor die Kirche, wo Pastor Rodheudt das Kreuz in einem kleinen Festakt neu segnete und damit wieder der öffentlichen Verehrung zuführte.

Mit Lilien geschmückt und in seiner Schönheit und Würde außergewöhnlich ausdrucksstark ließ sich jedoch für die Teilnehmer der Gedanke an künftigen Vandalismus auch beim Festakt nicht ganz verdrängen. Schließlich hatte es sich bei der Schändung im Jahre 2005 bereits um den 3. Anschlag gehandelt. So installierte man vor der Wiederanbringung eine neue, stärkere Beleuchtung und eine Videoüberwachung zum Schutz vor weiteren Angriffen. Und man betete in de Hl. Messe, der Herr möge das Kreuzbild künftig vor Gewalt und Spott bewahren.

Aber dies – so scheint es – ist ja ohnehin das Schicksal des Kreuzes Christi von Anbeginn: es ist ein „Zeichen, dem widersprochen wird“, wie es ein greise Simeon bei der Aufopferung Jesu im Tempel ankündigte.

Also dürfte der wirksamste Schutz gegen künftigen Vandalismus dasjenige sein, um das die Gemeinde bei der Neueinsegnung gebetet hatte: Gottvertrauen.

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- 30.11.2006 -

Besinnungstag des Pfarrgemeinderates in Wahlwiller / NL

Am 18. November begab sich der Pfarrgemeinderat zu einer spirituellen Klausur in das Exerzitienhaus der Steyler Missionsschwestern nach Wahlwiller in der Niederlanden. Das Haus, das - eingebettet in die sanfte Landschaft des Mergellandes – eine Atmosphäre der Ruhe und Beschaulichkeit ausstrahlt, sollte der Ort einer persönlichen und gemeinschaftlichen Beschäftigung mit dem Glauben sein.

Pfarrer Rodheudt gestaltete den Tag mit Impulsen zu dem Frage-Dreischritt: „Wer bin ich (in meinem Glaubensleben)?“ – „Wer sind wir (als Kirche)?“ – und „Wer sind wir für andere (als Pfarrgemeinderat)?“

Zeiten der gemeinsamen Eucharistischen Anbetung, der persönlichen Stille, des Schriftgesprächs und des Austauschs über die künftige Gestaltung der Pfarrgemeinderatsarbeit gliederten den Tag und gaben genügend Raum für persönliche und gemeinschaftliche Reflexion.

Das Gebet der Vesper und die Meßfeier zum Abschluß des Tages gaben den liturgischen Rahmen ab.

Insgesamt wurde der Tag als positiv bewertet, da er für die Mitglieder des PGR Anlass zu einer persönlichen Standortbestimmung war, die sicherlich auch der Arbeit in und für die Pfarrgemeinde St. Gertrud zugute kommen wird.

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- 28.Juli 2006 -

Rom-Pilgerfahrt 2006




Vom 19.Juni bis 1.Juli 2006 veranstaltete die Pfarre St. Gertrud zusammen mit der Pfarre St. Hubertus in Stolberg-Büsbach eine Wallfahrt nach Rom zu den Gräbern der Apostelfürsten Petrus und Paulus.

Unter der Leitung der beiden Pfarrer Urth und Rodheudt führte der Weg zunächst nach Bayern in die Heimat des Heiligen Vaters. "Auf den Spuren von Papst Benedikt XVI" besuchte man Altötting, den größten deutschen Marienwallfahrtsort. Der kleine Josef Ratzinger war hier häufig an der Hand seiner Eltern Gast am Gnadenort und erlebte 1934 die Feierlichkeiten anläßlich der Heiligsprechung des Kapuzinerbruders Konrad von Parzham.



Nach der Hl. Messe vor dem Gnadenbild der Patrona Bavariae und der Besichtigung der Heiligen Stätten – besonders des Kapuzinerklosters, in dem der Hl. Konrad lebte - ging es dann nach Marktl am Inn, dem Geburtsort des Papstes. Im Schatten seines Elternhauses schmeckten die bayerischen Schmakerln und das "Benedikt-Bier", das man in Anpassung an den aufkommenden Papst-Tourismus gebraut hatte. Aber nicht nur Neugierde führt die Menschen nach Marktl, wie man einer Gruppen von Studenten aus den U.S.A. anmerken konnte, die wie unsere Pilger betend und singend die Pfarrkirche des Ortes besuchten, um den Taufstein zu sehen, wo der spätere Papst das Sakrament der Taufe empfing.

Nach einem Abstecher nach Tittmoning, dem Ort, in dem Josef Ratzinger den Kindergarten besuchte und seine ersten prägenden Eindrücke der katholische Liturgie beim Besuch der dortigen Pfarrkirche sammelte, stand als letzte Etappe vor der Zwischenübernachtung im Nordtiroler Ebbs ein Besuch von Traunstein auf dem Programm. Hier besuchte der spätere Papst das Studienseminar und erfuhr seine Formung als Theologe. Hier feierte er 1951 zusammen mit seinem Bruder Georg und dem späteren Liturgiewissenschaftler Rupert Berger das Heilige Primizopfer in der Stadtpfarrkirche St. Oswald.

Nach der flüchtigen Begegnung mit der bayerischen Heimat des Papstes und einer schönen Pilgermesse in der beeindruckenden barocken Pfarrkirche von Ebbs – wunderschön musikalisch mit einer Messe von Vinzenz Goller gestaltet und ausgeführt von den beiden Kirchenmusikern aus Herzogenrath, Ehepaar Nell, führte der Weg nach Padua zum Grab des großen Franziskanerpredigers Antonius und zum Kloster des Heiligen Beichtvaters Leopold Mandic aus dem Orden der Kapuziner.

Der Hl. Leopold motivierte, das Bußsakrament neu zu entdecken und in vielen wuchs der Vorsatz, nach langer Zeit noch einmal in Rom zu beichten. In der Basilika des Hl. Antonius verehrten die Pilger das Grab des großen Heiligen und seine unverweste Zunge, die dort als Reliquie zu sehen ist und an die überragende Predigttätigkeit des Hl. Antonius erinnert, der so vielen geholfen hat, Christus zu finden.

Nach einer Übernachtung im Hotel Plaza in Padua und der Hl. Messe in der Basilika S. Antonio ging es nun in die Ewige Stadt, nicht ohne dem nahegelegenen Venedig einen (leider viel zu) kurzen Besuch abzustatten.



In Rom waren dann die Strapazen des langen Reisetages verflogen, als beim Hineinfahren in die Stadt plötzlich hinter einer Straßenbiegung die mächtige Kuppel der Peterskirche auftauchte und im Bus das "Ein Haus voll Glorie schauet" angestimmt wurde.

Von diesem Abend an wurde die Casa Tra Noi die Herberge der Pilgergruppe für 8 Tage. Abgesehen von der engen Zufahrt auf den kleinen Hügel (Monte del Gallo) in der Nähe des Petersdomes, die oft ein tatkräftiges Zupacken einer männlicher Pilger nötig machte, die die Straße von kleinen Fiats freiräumen mussten, war das Haus ein idealer Standort zur Erkundung der Ewigen Stadt. Denn in nur 15 minütigem Fußweg erreicht man von dort die Petersbasilika.

In den folgenden Tagen gab es nun ausführliche Gelegenheiten zum Erkunden der Ewigen Stadt. Direkt am ersten Tag stand eine Hl. Messe in den Grotten von St. Peter auf dem Programm, unweit des Petrusgrabes. Nach diesem triumphalen Beginn im Zentrum der Weltkirche, begegnete man aber schon bald den Anfängen des Christentums in den Katakomben, den zahlreichen Märtyrern und ihrer Geschichte. Immer wieder stieß man auf Spuren des antiken Rom, also auf jene Zeit, in der das junge Christentum sich ausbreitete und nach dreihundertjähriger Verfolgungsgeschichte unter Kaiser Constantin dem Großen endlich an das Licht des Tages treten konnte.

Natürlich standen auch die großen Patriachalbasiliken auf dem Programm: St. Johann im Lateran -  "Haupt und Mutter aller Kirchen der Stadt und des Erdkreises" und Sitz des Papstes als Bischof von Rom – St. Paul vor den Mauern mit den Reliquien des Völkerapostels und Santa Maria Maggiore mit dem Gnadenbild "Maria, Heil des römischen Volks" und den Reliquien der Hl. Krippe und des Hl. Papstes Pius V – allesamt steinerne Zeugnisse des Glaubens und der Geschichte des Christentums.

Immer wieder waren die Begegnungen mit der römischen Geschichte und ihren Hinterlassenschaften Anlaß für die beiden geistlichen Pilgerführer, den Glauben der Kirche neu ins Licht zu heben und Katechesen über die Grundwahrheiten der katholischen Lehre zu halten: über die Bedeutung des Papsttums und die göttliche Stiftung der Kirche, über die Sakramente, besonders über die Eucharistie und die Beichte, zu der sie die Pilger immer wieder eindringlich aufforderten, über die Notwendigkeit des Zeugnisses für Christus nach dem Vorbild der frühchristlichen Märtyrer in unserer heutigen neuheidnischen Gesellschaft, die dem untergehenden Imperium Romanum ganz vergleichbar ist. Zudem war es ein Element der Pilgerfahrt, durch die tägliche Heilige Messe an den verschiedenen Gnadenstätte und das gemeinsame Gebet auch wieder ein tieferes Verhältnis zur Eucharistie zu finden, das in unseren Breiten durch den Priestermangel, durch Glaubensverlust und Unkenntnis in Glaubensdingen, sowie durch leichtfertiges Ersetzen der Hl. Messe durch Wortgottesdienste oft abhanden gekommen ist.

Ein schöner Erfolg der priesterlichen Katechesen war, daß fast alle Pilger den Weg zum Bußsakrament in Rom fanden, um am Grabe des Apostelfürsten Petrus ihr Gewissen zu erleichtern und sich mit Gott zu versöhnen. Sowohl im Petersdom, als auch bei Prälat Walter Brandmüller, einem aus Franken stammenden Domherrn von St. Peter und Präsident der päpstlichen Historikerkommission, der eigens für die Gruppe aus Aachen im Campo Santo Teutonico als Beichtvater zur Verfügung stand, machten die Pilger die befreiende Erfahrung der Lossprechung von den Sünden.



Höhepunkte der Pilgerfahrt waren die drei Begegnungen mit dem Heiligen Vater: Am Sonntag, dem 25. Juni, betete der Papst nach dem Hochamt des Domkapitels den Angelus um 12.00 Uhr am Fenster seines Arbeitszimmers vor tausenden von Gläubigen, die auf dem Petersplatz versammelt waren. Am Mittwoch war die Gruppe bei der Generalaudienz auf dem Petersplatz dabei und einen Tag später, am Hochfest der Apostelfürsten Petrus und Paulus, war es ein besonderes Glück, am Pontifikalamt mit dem Heiligen Vater im Petersdom teilnehmen zu können. Denn eigentlich waren an diesem Tag alle Karten für die Angehörigen jener Diözesen reserviert, deren neuernannte Erzbischöfe als Zeichen ihrer neuen Würde das Pallium verliehen bekamen, ein Ritus, der nur am Hochfest "Peter und Paul" vollzogen wird. Es war für alle ein beeindruckendes Erlebnis, nun "unseren" Kardinal Ratzinger als Nachfolger des Hl. Petrus und Stellvertreter Christi auf Erden zu erleben. Nach den Begegnungen mit dem Land seiner Kindheit und Jugend in Bayern, nach der Beschäftigung mit seiner tiefen Theologie, die immer wieder in den Tagen zuvor Erwähnung fand, und die den Papst als Person näher verstehen half, standen alle nun eher unter dem Eindruck des Amtes, dem Christus die Gewalt zu Binden und zu Lösen überantwortet hatte und das für den Fortbestand der Kirche Garant ist. Ein großer Moment, den zu erleben, der heute Petrus ist.





Aber auch die Erholung kam auf der Pilgerreise nicht zu kurz. Schöne laue Abende unter den Laubengängen von Casa Tra Noi, ein Ausflug in die Castelli Romani mit Besuchen von Castel Gandolfo, Grottaferrata und Frascati, an dessen Ende sich eine zünftige Weinprobe bei einem der Winzer anschloss oder auch ein Abendessen mitten im volkstümlichen römischen Stadtviertel Trastevere mit dem Genuß von römischen Spezialitäten, begleitet von den Canzoni Romani einer traditionellen Musikergruppe – all dies rundete die Eindrücke in der Ewigen Stadt ab und ließ Luft zum Aufatmen, bevor es wieder weiter zu neuen Begegnungen und Erlebnissen ging.





Dank unseres guten Fahrers Manfred Leugering der Firma Hülsmann aus Norddeutschland gelangen alle geplanten Touren durch die Stadt trotz der einschneidenden Verkehrsregelungen mit ihren Sperrzonen und Verbotskatalogen. Aber auch zu Fuß wurde ein gutes Stück der römischen Innenstadt erkundet: Das Colosseum  mit dem Forum Romanum, die schönen Plätze wie Piazza Venezia, Piazza Navona (mit einer entsprechenden Pause zum Eisessen und zum Sichmalenlassen), Piazza di Spagna, die spanische Teppe, die Fontana di Trevi, das Pantheon und die Besichtigung der Kirchen S. Maria in Ara Coeli, Il Gesú, S. Ignatio, S. Maria sopra Minerva, S. Agnese in Agone, S. Prassede, S. Sabina, S. Alessio und S. Sabina auf dem Aventin-Hügel und an dessen Fuß S. Maria in Cosmedin, sowie S. Croce in Gerusalemme mit den Reliquien des Hl. Kreuzes.

Musikalisch erlebte die Pilgerfahrt in diesem Jahr eine besondere Bereicherung durch Herbert und Andrea Nell, die als Kirchenmusiker die Hl. Messen einige Male durch ein lateinisches Meßordinarium und mit Orgelmusik gestalteten, in Ebbs beim Abschlusshochamt sogar unterstützt von einem kleinen Pilgerchor aus Kirchenchormitgliedern.



So kehrten die Rompilger am Abend des 1.Juli müde aber auch bereichert mit Erlebnissen und Begegnungen heim nach Herzogenrath und Büsbach. Wobei eine Erfahrung sicherlich die nachhaltigste ist: die Geborgenheit in der einen, heiligen, katholischen und apostolischen Kirche, die Christus auf das Fundament der Apostel gegründet hat und ihr auf dem Felsen Petri Fortbestand garantiert hat bis zum Ende der Zeiten. Die Begegnungen mit der lebendigen Kirche von der Geschichte der frühen Märtyrer über die glanzvolle Entfaltung der römischen Kirche bis hin zur gegenwärtigen Weltkirche, deren Pilger die Kolonnaden des Petersdomes wie weite geöffnete mütterliche Arme umfangen, waren für die Pilger aus Herzogenrath und Büsbach sicher Anlaß zu einem Vorsatz, der im Alltag seine Bewährung finden möchte: Festzustehen im Glauben der Jahrhunderte und Zeugnis zu geben von der Wahrheit, die die Pforten der Hölle nicht überwältigen werden.

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